Vereinschronik

Am 01.09.1962 trafen sich ein paar Verwegene im "Gasthaus Zum Hochspessart", um den TSV Krausenbach aus der Taufe zu heben. Seitdem gab es Höhen und Tiefen, Auf- und Abstiege, Siege und Niederlagen.

Die erste Vorstandschaft bestand aus folgenden Personen:

1. Vorsitzender: Heinrich Weis
2. Vorsitzender: August Amrhein
1. Kassier: Adolf Kroth
2. Kassier: Hugo Baumann
Schriftführer: Paul Fries

Das erste Spiel des neugegründeten TSV Krausenbach fand gegen die AH-Mannschaft von Breitenbrunn statt, das 0:2 verloren ging. Damals kam es gleich zu einem Rückspiel, in dem die Mannschaft mit einem 3:1 den ersten Sieg landen konnte. Die Tore erzielten Hans Oberle, Reinhold Bauer und Helmut Brand. Nachdem der Anfang gemacht war, wurden weitere Fußballspiele veranstaltet, aber finanziell konnte sich der Verein erstmal nur durch Spenden von Vereinsmitgliedern über Wasser halten.

Zusätzlich gab es noch Spenden von:

Brauerei Schwanen: 120,-  DM
Brauerei Lutz: 100,- DM
Brauerei Eder: 2 Kasten Bier
Pepsi Cola: 1 Fußball
Eintracht Frankfurt: 10,- DM

Am 15.12.1962 fand dann die erste Christbaumverlosung statt. Zum Ende des Jahres 1962 hatte der Verein 97 Mitglieder und ein Guthaben von 1276,- DM auf der hohen Kante.

Bei der ersten Generalversammlung am 25.01.1963 setzte sich die Vorstandschaft aus folgenden Personen zusammen:

1.Vorsitzender: Heinrich Weis
2.Vorsitzender: Heinrich Baldauf
1. Kassier: Adolf Kroth
2. Kassier: Hugo Baumann
Schriftführer: Paul Fries
Spielausschuss: Andreas Bauer, Fritz Heil, Hans Oberle, Kurt Herbeck
1. Spielführer: Kurt Herbeck
2. Spielführer: Reinhold Bauer
Sanitäter: Norbert Fries

Im April 1963 wurde der TSV Krausenbach von der Verbandsleitung zum Spielbetrieb zugelassen und plötzlich tauchte die heikle Frage nach einem Sportplatz auf. Mit der Spvgg Wintersbach wurde ein Abkommen getroffen, wonach vorerst für 2 Jahre der wintersbacher Sportplatz zur Verfügung stehen sollte. Dafür mussten jährlich 70,- DM an die Gemeinde Wintersbach entrichtet werden.

Am 25.08.1963 war es dann so weit: Erstes Punktspiel in der C-Klasse Miltenberg in Großheubach. Dabei musste man gleich eine 0:6 Packung verkraften. Auch die 2. Mannschaft wurde mit 1:5 nach Hause geschickt. Nach weiteren Niederlagen gelang im achten Spiel endlich der erste Sieg. In Faulbach gewann man mit 3:2. Zwei Minuten vor dem Ende der Partie stand es 2:1 für Krausenbach. Faulbach konnte in der 89. Minute ausgleichen, ehe Erwin Messner, der bereits ein Tor erzielte, mit einer Energieleistung den kaum erhofften Sieg sicherstellte. Auch die 2. Mannschaft befand sich in guter Form und siegte mit 5:1 durch vier Tore von Bernd Höllstin und einem Treffer von Karl Spachmann. In der Presse lautete die Uberschrift: "Sensation durch den TSV Krausenbach". Damals spielten noch Mannschaften wie DJK Brasselburg, TSV Fechenbach, SV Mespelbrunn, SV Volkersbrunn und Akropolis Erlenbach um Punkte.

Am 24.11.1963 kam es zum ersten echten Verbandsspiel-Derby gegen die Spvgg Wintersbach. Doch Krausenbach wurde gleich der Wind aus den Segeln genommen, denn bereits zur Halbzeit lag man mit 0:4 in Rückstand. Nach der Pause erzielte Kurt Herbeck noch den Ehrentreffer. Die 2. Mannschaft machte es da schon besser, sie gewann mit 3:1 durch 2 Tore von Karl Spachmann und einem Treffer von Uwe Brix.

Nach Abschluss der Saison 63/64 kam man mit zwei Siegen und einem Unentschieden nicht über den letzten Platz hinaus. Das größte Problem war aber immer noch die Sportplatzfrage. Bei der Versammlung 1964 erklärte der damalige Bürgermeister Engelbert Brand, dass in diesem Jahr eine Straße auf den Schnorrhof gebaut würde, und sich dort ein geeignetes Gelände befand. Dazu kam es ja bekanntlich nicht, denn 1965 wurde der Sportplatz unterhalb der Jugendherberge eingeweiht. Im August wurde mit den Arbeiten begonnen, bereits im November wurde der Platz vom BFV abgenommen. Erst 1966 wurde das erste Spiel auf dem eigenen Platz ausgetragen. Trotzdem wurde in den darauffolgenden Jahren immer wieder mal auf den Wintersbacher oder den Hobbacher Platz ausgewichen, denn bei starken Regenfällen entwickelte sich auf dem Sportplatz eine regelrechte Seenplatte.

1967 wurde von der Vorstandschaft beschlossen, dass der damalige Trainer Kaiser als Trainergehalt 20,- DM im Monat erhalten sollte. Der Kader bestand damals aus folgenden Spielern: Assmann Manfred, Baldauf Heinz, Baldauf Alois, Bauer Reinhold, Baumann Hugo, Beck Erhard, Beck Kilian, Brix Uwe, Eitel Gottfried, Fäth Franz, Fertig Werner, Hartmann August, Hartmann Burkhard, Heil Werner, Herbeck Kurt, Hirsch Walter, Höllstin Bernd, Krott Alfred, Messner Erwin, Messner Siegfried, Merkel Dieter, Oberle Edgar, Roth Norbert, Schmiering Klaus, Spachmann Karl, Weis Karl.

Im selben Jahr organisierte man den ersten Ausflug. Im Vereinslokal in Gemünden wurde Lohrer Bier verkostet, anschließend fuhr man nach Hammelburg auf Schloss Saaleck zum Frühschoppen. Am Nachmittag fand ein Freundschaftsspiel in Gössenheim statt (4:6). Nach dem gemütlichen Beisammensein im Gössenheimer Sportheim trat man die Heimreise an, doch in Gemünden blieben die Krausenbacher abermals im Vereinslokal hängen.

1969 erspielte sich die Mannschaft erstmals einen Platz im Tabellen-Mittelfeld.

In der Saison 69/70 wechselte man in die C-Klasse Marktheidenfeld, und kam im ersten Spiel in Trennfeld mit 1:6 böse unter die Räder. Doch im zweiten Jahr in dieser Klasse konnte man mit dem 4. Platz immerhin mehr als zufrieden sein. Die interne Torjägerliste führte damals Frieß Bernd mit 13 Toren an.

Nach drei Jahren in der Marktheidenfelder Klasse ging es zur Saison 72/73 wieder Richtung Obernburg. Doch auch hier ging das erste Spiel mit 1:3 verloren.

Der Kader 1972/73: Bauer Siegfried, Beck Karl, Brix Uwe, Fäth Hermann., Fries Willi, Frieß Bernd, Geyer Waldemar, Hermann Berthold, Hartmann Burkhard, Joe Berthold, Joe Leonhard, Krott Alfred, Krott Hermann, Messner Siegfried, Michel Erich, Oberle Edgar, Schurat Karl-Heinz, Weis Gerhard, Weis Karl.

Bei der Hauptversammlung 1973 konnte Vereinskassier Heinrich Weis den anwesenden Mitgliedern mitteilen, dass die Schulden aus dem Sportplatzbau abgetragen waren.

1973 wurde am Sportgelände die Stützmauer gebaut, so dass man vorerst auf fremden Plätzen spielen musste. Im gleichen Jahr wurde eine Flutlichtanlage errichtet.

1975 kam es zu einem Novum, denn bei der Generalversammlung im Gasthaus Hubertus konnte erstmals kein Vorsitzender gefunden werden. Ähnliches wiederholte sich im Jahr 2004. Alles Ringen half nicht, keiner der Anwesenden wollte dieses Amt übernehmen. So musste zwei Wochen später erneut eine Versammlung einberufen werden, bei der sich Waldemar Geyer bereit erklärte.

Gedanken über ein Sportheim machte man sich dann 1976. Pläne wurden angefertigt und an die Gemeinde weitergereicht. Doch es sollte noch bis 1978 dauern bis das Sportheim bezugsfertig war.

Sportlich hielten sich die Erfolge in den Anfangsjahren in Grenzen, mehr als gute Mittelfeldplätze wollten einfach nicht herausspringen. Doch in der Saison 82/83 gelang endlich der große Wurf! Unter Trainer Gerd Buberl feierte der TSV Krausenbach seine erste Meisterschaft.

1985 folgte dann der Abstieg in die C-Klasse, während die 2. Mannschaft kurioserweise mit 34:12 Punkten und 103:37 Toren Vizemeister wurde und es sollte bis 1991 dauern, bis man sich wieder in der B-Klasse fand.

In der Zwischenzeit wurde 1983 mit der Erweiterung des Sportheims begonnen, welches 1984 fertig war.

1986 dann ein weiteres Highlight: 1. IVV-Wandertag beim TSV Krausenbach. Die Organisatoren hatten nichts unversucht gelassen, den Gästen aus nah und fern etwas zu bieten. 3500 Wanderer strömten bei der ersten Veranstaltung ins Dammbachtal. Im beheizten Festzelt sorgten die Dammbachtaler Krausenbach für die richtige Stimmung.

1988 hatten sich die Verantwortlichen als sportliches Ziel Platz 1-5 gesetzt, und die Mannschaft schnupperte wieder mal Aufstiegsluft. Nach 3 Spielen war die Mannschaft allerdings Letzter, doch bis zur Winterpause schob sich das Team auf den 3. Platz. Noch besser machte es die damalige 2. Mannschaft, denn sie ging als Tabellenführer in die Winterpause, am Schluss sprang der 3. Tabellenplatz heraus.

Am Saisonende kam es dann zu einem wahren Krimi, denn die Mannschaft aus Eichelsbach kam in ihrem letzten Saisonspiel nicht über ein Unentschieden hinaus, während der TSV Krausenbach sein Spiel in Eisenbach mit 2:1 gewann. Somit waren beide Teams punktgleich und es musste ein Entscheidungsspiel in Eschau herhalten. Doch dabei erlebten die Spieler und Fans ein wahres Waterloo: Eichelsbach fegte den TSV mit 6:0 vom Platz und stieg nach 2 weiteren Spielen in die B-Klasse auf.

So probierten die Spieler 89/90 erneut auf den Aufstiegszug aufzuspringen, aber die Mannschaft spielte nicht so konstant wie in der vergangenen Saison. Kurios war am 08.10. das Spiel in Leidersbach, bei dem der Rettungswagen gleich dreimal anrücken musste. Eine Woche später wurde das Spiel gegen Hobbach in der 65. Minute abgebrochen, nachdem mehrere Zuschauer das Spielfeld stürmten.

In der darauffolgenden Spielzeit lautete die Marschroute Meisterschaft und es wurde 1990 mit dem Bau des Rasenplatzes begonnen. Am 16.05.91 fand das erste Spiel auf dem neuen Platz statt und er wurde auch standesgemäß eingeweiht, denn der SV Mespelbrunn musste mit einer 10:2 Packung wieder die Heimreise ins Elsavatal antreten. Drei Punktspiele später war die Meisterschaft perfekt, als im allerletzten Spiel in Rück-Schippach noch mit Eintracht Ebersbach der Tabellenplatz getauscht wurde.

Also stieg  man nach 1983 mit Spielertrainer Manfred Bauer zum zweiten Mal in die B-Klasse Obernburg auf und gleich ein Jahr später gelang es, den Titel in der B-Klasse zu holen und in die Eliteklasse des Kreises Aschaffenburg aufzusteigen.

In der A-Klasse angekommen, schien das Potenzial der Krausenbacher Kicker erschöpft zu sein. Erst im 16. Saisonspiel gelang der erste Sieg auf dem Waldsportplatz gegen Großwallstadt durch den Siegtreffer von Alfred Hegmann und mit 7:23 Punkten stand die Mannschaft nach der Vorrunde völlig hoffnungslos am Ende. In der Winterpause sorgte die Mannschaft im DFB-Pokal für Furore. Im Bezirks-Achtelfinale gelang beim Schweinfurter Vertreter SV Sennfeld ein 3:3, das für das Weiterkommen reichte. Die nächste Runde auf Bezirksebene brachte im Februar den Würzburger FV, aber gegen den Landesligisten hatte man beim 1:7 nicht den Hauch einer Chance. Jetzt galt die Konzentration wieder dem Liga-Alltag. Doch auch das erste Spiel nach der Pause ging glatt verloren, alle Felle schienen davon zu schwimmen, und ganz Bayern glaubte nicht mehr an ein Fußballwunder. — Ganz Bayern? Nein, ein kleines Dorf im Spessart wollte nicht aufgeben und machte das Unmögliche möglich. Mit einer wahren Energieleistung sicherte man sich bereits am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt.

In den nächsten Jahren hatte sich der TSV in der A-Klasse etabliert. Am 10.09.95 wurde zum zweiten Mal auf dem Krausenbacher Sportplatz ein Spiel abgebrochen. Die Großwallstädter Spieler verloren nach der Führung zur Halbzeit die Nerven und gleich fünf Feldspieler durch Platzverweis. Die Gäste verließen daraufhin das Spielfeld.

1996/97 wurde wie 1969 die Klasse freiwillig gewechselt, da es in der A-Klasse Aschaffenburg zu Überkapazitäten von Mannschaften kam. Es ging in die Marktheidenfelder Klasse und dort machte die Mannschaft ihr Meisterstück und sicherlich den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte wahr: Meisterschaft und Aufstieg in die Bezirksliga mit zehn Punkten Vorsprung.

Ebenfalls 1997 fand der letzte IVV-Wandertag in Krausenbach statt. Zwölfmal konnten die Wanderer als Organisator glänzen, doch bei der Jahreshauptversammlung erklärte sich niemand bereit, die Wanderabteilung zu übernehmen.

Die beiden Bezirksliga-Spielzeiten waren dann von Abstiegskampf geprägt, 1999 war das Abenteuer mit dem Entscheidungsspiel in Bischbrunn gegen SV Germania Erlenbach (1:2) beendet.

In der ehemaligen A-Klasse, die sich jetzt Kreisliga nannte, spielte man nun einige Jahre. 2002 musste man in die Relegation gegen Großwallstadt. In Elsenfeld konnte man sich mit einem Sieg vor dem Abstieg retten. 2003 war die Mannschaft schon abgestiegen, doch in letzter Sekunde sprang das Team noch dem Abstiegsgespenst von der Schippe. Vatan Spor Aschaffenburg hatte einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt, bekam drei Punkte aberkannt und so blieb dem Team sogar die Relegation erspart.

Bei der Generalversammlung 2004 wiederholte sich das Spielchen von vor zwanzig Jahren: Kein Mitglied stand für den Posten des 1. Vorsitzenden bereit. So wurde das Prozedere vertagt, eine neue Mitgliederversammlung wurde angesetzt und bei dieser übelnahm Matthias Hirsch zusätzlich zu seinem Amt als Kassier noch den Vorstandsposten.

2006 erfolgte nach einem wahren Relegationsmarathon doch der Abstieg. Zum Rundenschluss war man punktgleich mit dem FC Hösbach, das Entscheidungsspiel um den Relegationsplatz wurde in Weibersbrunn gegen den FC Hösbach verloren. Danach ging die Relegation eigentlich erst los, beim FC Südring konnte man noch gegen Großostheim gewinnen, im abschließenden Spiel in Mömlingen gegen die Reserve von Viktoria Kahl war man chancenlos. Bevor die Zuschauer richtig Platz genommen hatten, stand es auch schon 0:2. Kahl hatte sich bei diesem Spiel, nach Ausschöpfung aller Regeln, mit landesligatauglichen Akteuren verstärkt und gewann das Spiel mit 4:1.

Nach einer Saison zum Luft holen, die auf dem 4. Tabellenplatz endete, wurde in der Saison 07/08 wieder zum großen Schlag ausgeholt. Mit elf Punkten Vorsprung holte man souverän den Titel ins Dammbachtal.

In der nachfolgenden Saison begann der freie Fall zurück in die Kreisklasse. Dort spielte der TSV Krausenbach bis 2015 mit durchwachsenen sportlichen Ergebnissen. Jede Saison spielte sich im Bereich zwischen Abstiegskampf und unterem Mittelfeld ab.
2015 konnte dann die Klasse nicht gehalten werden. Mit Tabellenplatz 13 und 4 Punkte Abstand zum Relegationsplatz, musste man den bitteren Weg in die A-Klasse antreten.

Bei der Generalversammlung 2015 übernahm mit Gisbert Bauer und Timo Kukec ein neuer Vorstand das Ruder beim TSV.

Mit Lucas Salg wurde ein neuer Spielertrainer verpflichtet, der das Team in die neue Saison führte. Nach der Hinrunde zeigte die Tabelle Platz 4 und 6 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter FC Kleinwallstadt. Mit einer sensationellen Rückrunde konnte der TSV am vorletzten Spieltag in Eschau doch noch die Meisterschaft und somit den direkten Wiederaufstieg klar machen. Mit 22 Treffern trug Lukas Salg erheblich zu diesem Erfolg bei.